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Athener Impressionen
Montagmorgen – 08:30 – U-Bahnhaltestelle Halandri (Athen):
Halbverschlafen, tief unter der futuristischen Glas- und
Metallkonstruktion, die die Metrostation überdacht, warte ich gemeinsam
mit etlichen anderen Athenern auf die Metro, die heute wieder ca.
530.000 Fahrgäste durch die Stadt fahren wird. Rund fünfzehn Minuten
braucht sie, um jemanden vom nördlich gelegenen Vorort Halandri bis ins
Athener Zentrum zu bringen.

Die Athener sind stolz auf ihre Metro, die einen nun endlich bis zum
Flughafen bringt. Kein Papierfetzchen ist auf den polierten Marmorböden
zu sehen, kein einziger Zigarettenstummel liegt verschämt herum –
zuletzt nicht nur dank der fleißigen Putzbrigaden, die unermüdlich
Geländer polieren und jeden Schnipsel Papier, der irrtümlich doch auf
dem Boden liegt, aufklauben. Die im Hintergrund ertönende klassische
Musik soll das Warten verkürzen.
08:45 – Station Syntagma-Platz: vorbei an antiken Funden, die auf
eindrucksvolle Weise in der Stationshalle präsentiert werden, geht es
über glänzende Marmortreppen hinaus in das Gewühl des Stadtzentrums. Das
gleißende Tageslicht rüttelt mich schlagartig auf. 320 Tage Sonnenschein
im Jahr machen die Sonnenbrille hier in Athen so unentbehrlich wie im
kühlen Norden den Regenschirm.
Dies wissen auch die „fliegenden Händler“, die vor sich ein ganzes
Sortiment von „echten” Markenbrillen ausgebreitet haben. Beim Kollegen
nebenan kann man um die passende „Gucci-Tasche“ feilschen. Wer möchte,
kann nur ein paar Schritte weiter im “Attica-Einkaufszentrum” die
Originale erstehen. Dieses neue „Athener Prunkstück“ hat seit einigen
Wochen seine Pforten geöffnet und bietet die besten Voraussetzungen für
„Vergnügungs- und Kaufsüchtige“. Auf 25.000m2 beherbergt eines der
faszinierendsten historischen Gebäude der Panepistimiou–Straße, in
dessen Fassade Art Deco und moderner Klassizismus kombiniert wurden,
unter anderem nun rund 300 «Shops-in-the Shop», Cafés, Fitnesscenter,
Theater – Designerläden natürlich mit eingeschlossen. Natürlich soll es
nicht nur bei diesem einen Shoppingcenter bleiben – nun schießt ein
hochmodernes Einkaufszentrum neben dem Olympiastadion und ein weiteres
im Nobelvorort Kifissia aus dem Boden.
Seufzend kneife ich meine Augen zusammen, um sie vor dem blendenden
Sonnenschein zu schützen – nach drei Jahren als „Athenerin“, liegt meine
Sonnenbrille noch immer einsam und verlassen Zuhause auf der Küchenbank.
Um mich für den Arbeitstag zu rüsten, besorge ich mir noch schnell einen
riesigen, eiskalten Frappé-Kaffee – eine der wunderbarsten griechischen
„Erfindungen“!!!
09:10 – Der Arbeitsalltag beginnt...
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